Kambodscha

Preăh Réachéanachâkr Kâmpŭchea - Das Königreich Kambodscha

Flagge KambodschaKambodscha? Cambodia?
Das klingt, als sei es weit weg? Ist es aber nicht. Wer z.B. nach Thailand fliegt, der schafft es auch ganz leicht, schnell mal in Kambodscha vorbeizuschauen ;-)

Kambodscha liegt auf der Indochinesischen Halbinsel zwischen Laos im Nordost, Thailand im Westen und Vietnam, dessen Südteil sich östlich anschließt. Im Südwesten stößt Kambodscha auf 160 km Länge an den Golf von Thailand. Es hat eine Landesfläche von über 181.000 km² (und ist damit nur halb so groß wie die Bundesrepublik), sowie eine Bevölkerung von ca. 14 Mio. Einwohner.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Phnom Penh 1.313.851 Einwohner, und an vierter Stelle folgt schon Siem Reap mit 147.866 Einwohner.
Das Klima ist tropisch-monsunal mit einer Regenzeit zwischen Mai und September und einer Trockenzeit von November bis April. Zu dieser Zeit regnet es meistens überhaupt nicht. Die Temperaturen sind über das Jahr hinweg sehr stabil und liegen zwischen 30 bis 34 Grad Celsius. Allerdings schwankt die Luftfeuchtigkeit stark. In der Regenzeit liegt sie bei über 90 %. In der Trockenzeit kann sie unter 50 % sinken.

Die sehr bewegte Geschichte Kambodschas umfasst einen Zeitraum von annähernd 1.200 Jahren. Sie reicht über die kulturelle und politische Blütezeit des Khmer-Reiches* (9. bis 15. Jahrhundert) mit Angkor als Zentrum, über die Kolonialherrschaft der Franzosen (1863-1945) und das schreckliche Terror-Regime der Roten Khmer (1975-1979) bis hin zur jetzigen, noch sehr jungen Demokratie.
*Khmer nennen sich die Kambodschaner selbst und auch ihre Sprache. Die Khmer-Schrift leitet sich von den indischen Silbenschriften her.

Das Reich Funan entstand in den ersten Jahrhunderten n. Chr. Die Handelsbeziehungen reichten bis nach Europa. Im sechsten Jahrhundert erlangten die Khmer die Macht über Funan. Die Blütezeit des Khmer-Reiches lag im 9. - 13. Jahrhundert, als es einen Großteil von Südostasien umfasste. Die Hauptstadt des
Reiches war Angkor mit dem Tempel Angkor Wat, der im 12. Jahrhundert errichtet wurde und der heute das Wahrzeichen des Landes ist.

Nach wiederholten Eroberungen durch die Thai wurde 1432 die Hauptstadt von dem zerstörten Angkor nach Phnom Penh verlegt. In den folgenden Jahrhundert war Kambodscha unter wechselnde Oberherrschaft von Thai und Vietnamesen. Bis zur Unabhängigkeit 1953 blieb das Land unter französischer Kontrolle (während des 2. Weltkriegs wurde es von japanischen Truppen besetzt).

Prinz Norodom Sihanouk bestimmte die Politik bis 1970, dann wurde er von dem proamerikanischen General Lon Nol abgesetzt. Anhänger von Prinz Norodo, Sihanouk und die kommunistischen Roten Khmer bekämpften Lon Nol in einem Bürgerkrieg.
Die Roten Khmer konnten 1975 den Bürgerkrieg für sich entscheiden und begannen unter Führung von Pol Pot, das Land gesellschaftlich und politisch umzustrukturieren: Die Einwohner der Städte wurden auf das Land umgesiedelt und die Anhänger der Opposition verfolgt. Sihanouk wurde zwar wieder als Staatsoberhaupt eingesetzt, trat aber 1976 zurück.
Während der Terrorherrschaft der Roten Khmer starben mehr als eine Million Menschen an Hunger und Krankheiten oder wurden umgebracht. Umgebracht wird jeder, der sich irgendwie verdächtig macht, weil er lesen und schreiben kann, chinesische Eltern hat, eine Brille trägt oder weil sein Gesicht nicht gefällt.

Im Dezember 1978 marschierte Vietnam in Kambodscha ein und beendete die Herrschaft von Pol Pot. Präsident der Neuausgerufenen Volksrepublik Kamputschea wurde Heng Samrin. In den nächsten zehn Jahren versuchten die vietnamesischen Truppen, die Guerillaeinheiten, die Pol Pot aufgestellt hatte, zu besiegen. 1989 zog sich Vietnam aus Kambodscha zurück. 1988 begannen Friedensgespräche zwischen der Regierung und drei Guerillagruppen, die allerdings bis 1990 keine wesentlichen Ergebnisse brachten.

Im August 1990 vereinbarten die vier Konfliktparteien die Annahme eines UN-Friedensplanes. Die UN entsandten Truppen und zivile Mitarbeiter, um die Verwaltung des Landes neu aufzubauen und Wahlen zu organisieren. Allerdings wurde der Friedensprozess durch Kämpfe zwischen der Regierung, den Gefolgsleuten von Sihanouk und den Roten Khmer immer wieder in Gefahr gebracht.
1992 nahmen die Bundesrepublik Deutschland und das Königreich Kambodscha die seit 1969 unterbrochenen diplomatischen Beziehungen wieder auf.
Die politische Situation ist nach wie vor instabil: 1994 lieferten sich Regierungstruppen und Truppen der Roten Khmer eine Reihe von Gefechten. Die im Juni zwischen den beiden Seiten begonnenen Gespräche wurden nach kurzer Zeit abgebrochen.
Kambodscha ist, gemäß der Verfassung vom 24. September 1993, eine demokratische konstitutionelle Monarchie. Staatsoberhaupt ist - seit 14. Oktober 2004 - König Norodom Sihamoni.

Im April 1998 stirbt Pol Pot und wird auf freiem Felde eingeäschert.
Viele seiner engsten Helfer nehmen immer noch hohe Verwaltungspositionen ein.

Aktueller politischer Artikel der „Die Presse“ Verlagsgesellschaft m.b.H. & Co KG unter www.diepresse.com

Das Land ist wenig entwickelt, die Wirtschaft deshalb im Wesentlichen agrarisch strukturiert. Mehr als 80 % der Anbaufläche sind Reisfelder. Neben dem Reisanbau bildet der Fischfang (Tonle Sap-See, Flüsse) eine wesentliche Ernährungsgrundlage (Proteinversorgung!) der Bevölkerung. Der Tourismus hat sich in den letzten Jahren zu einer wichtigen Einnahmequelle Kambodschas entwickelt. Im Jahre 2004 überschritt die Zahl der Kambodscha-Besucher zum ersten Mal die Millionenmarke.
Kambodscha befindet sich weiter im Aufbau, allerdings gibt es so gut wie kein Wirtschaftswachstum. Über die Hälfte des Staatshaushaltes wird durch ausländische Hilfe gedeckt und der Schuldendienst wird in den kommenden Jahren rasant ansteigen.

Apsaras (अप्सरस) sind in der hinduistischen Mythologie halb menschliche, halb göttliche Frauen, die als himmlische Tänzerinnen im Palast des Gottes Indra leben. Sie sind die Gefährtinnen der Gandharvas, der himmlischen Musiker.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kambodscha
Quelle: http://www.odci.gov/cia/publications/factbook/geos/cb.html (und andere)

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